Von Daten zu konkreten Handlungsempfehlungen
- 13. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Moderation von zwei Workshops zum Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer
Wie lassen sich aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Handlungsempfehlungen für die Berliner Bildung und Schulen entwickeln? Im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) konzipierte und moderierte wahlweise e. V. zwei Workshops zur Ableitung von Maßnahmen aus dem Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer

Hintergrund
Die Pressemitteilung der SenBJF vom 22.06.2026 macht deutlich: Mit dem Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer liegt erstmals eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung zu Konflikten, Gewalt, Diskriminierung und Konformitätsdruck an Berliner Schulen vor. Die Studie schafft damit ein differenziertes Bild der Belastungen und Herausforderungen, mit denen Schüler:innen sowie das pädagogische Personal im Schulalltag konfrontiert sind.
Als erstes Bundesland verfügt Berlin damit über eine belastbare Datengrundlage, um Entwicklungen systematisch einzuordnen und Unterstützungsbedarfe gezielter zu erkennen. Auf dieser Grundlage können Präventions- und Interventionsmaßnahmen künftig stärker an den tatsächlichen Bedingungen vor Ort ausgerichtet, bestehende Angebote überprüft und Ressourcen bedarfsgerechter eingesetzt werden. Das Konflikt- und Gewaltbarometer bildet somit eine wichtige Grundlage für eine langfristig datenbasierte Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Gewaltprävention, zum Schutz vor Diskriminierung und zur Stärkung eines sicheren und respektvollen Schulklimas.
Herausforderungen
Zwischen wissenschaftlichen Befunden und konkreten Handlungsempfehlungen liegt ein anspruchsvoller gemeinsamer Arbeitsprozess. Erkenntnisse aus der Forschung müssen in die Praxis übersetzt, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zusammengeführt sowie mögliche Ansätze strukturiert, bewertet und priorisiert werden. Dafür kamen Expert:innen aus Wissenschaft, Schulpraxis, Jugendarbeit, Polizei, Gewalt- und Extremismusprävention, den Landesvertretungen der Eltern und Schüler:innen, Schulleitungsverbänden sowie Vertreter:innen mehrerer Berliner Senatsverwaltungen zusammen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Schlussfolgerungen sich aus den Ergebnissen des Berliner Konflikt- und Gewaltbarometers für die konkrete Arbeit an Schulen und in ihrem Umfeld ableiten lassen. Ziel war es, gemeinsam tragfähige, praxistaugliche und umsetzbare Maßnahmen zu entwickeln, die unterschiedliche Verantwortungsbereiche miteinander verbinden. Dabei wurde bewusst der Dreiklang Prävention – Intervention – Repression in den Blick genommen, um sowohl vorbeugende Ansätze als auch den angemessenen Umgang mit bereits eingetretenen Konflikt- und Gewaltsituationen zu berücksichtigen.
Die Workshops zur Erarbeitung von Handlungsempfehlungen
wahlweise e. V. konzipierte und moderierte den zweistufigen Workshopprozess. Nach einer Begrüßung durch die Senatorin Katharina Günther-Wünsch folgte die Vorstellung der Ergebnisse des Gewaltbarometers durch Dr. Steffen de Sombre vom Institut für Demoskopie Allensbach und der wissenschaftlichen Einordnung durch Prof. Dr. Ullrich Bauer (Universität Bielefeld) und (Vertr.-) Prof. Dr. Marc Grimm (Bergische Universität Wuppertal). Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden in gemischten Gruppen zu elf Handlungsfeldern und entwickelten erste Maßnahmenideen. Diese wurden anschließend anhand von Kriterien priorisiert. Den Ausblick auf den weiteren Prozess gaben die Staatssekretär:innen Christina Henke und Falko Liecke. Das Team von wahlweise e. V. bereitete die Ergebnisse des ersten Workshops auf und entwickelte in Abstimmung mit der SenBJF eine einheitliche Maske für die Ausarbeitung der Maßnahmen.
Im zweiten Workshop wurden die priorisierten Maßnahmen in professionsgemischten Arbeitsgruppen detailliert diskutiert und konkretisiert und zu Handlungsempfehlungen ausgearbeitet. Als Veranstaltungsort dienten die modernen Räume des Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen (BLiQ).
Der Prozess steht exemplarisch für die Arbeitsweise von wahlweise e. V.: Wir begleiten Beteiligungs- und Entwicklungsprozesse im Bildungsbereich – von der Konzeption über die Moderation bis zur gemeinsamen Erarbeitung tragfähiger Lösungen.




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