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Früh übt sich Demokratie - Demokratiebildung durch ein schulspezifisches Konzept für den Klassenrat

Aktualisiert: 19. Jan.

Mit Beginn des Schuljahres 2022/23 wurde der Klassenrat als demokratisches Gremium auf Klassenebene gesetzlich im Berliner Schulsystem verankert. Der Klassenrat soll den Schüler:innen ermöglichen, demokratische Strukturen zu erleben und zu üben, Eigeninitiative im Rahmen der Klassengemeinschaft zu zeigen und Selbstwirksamkeit zu erfahren.

Für eine schuleinheitliche Gestaltung und Strukturierung des Klassenrates erarbeitete das Kollegium einer Grundschulee mit uns ein schulspezifisches Konzept für alle Klassenstufen von der 1. bis zur 6. Klasse.



HINTERGRUND


Der strukturell verankerte Klassenrat als demokratisches Gremium innerhalb der Klassengemeinschaft ermöglicht den Schüler:innen eine gemeinsame Lösungsfindung bei Konflikten und fördert das demokratische Miteinander. So werden selbstgewählte Themen aus dem eigenen Klassen- oder gar Schulalltag behandelt. In höheren Klassenstufen ist auch das Besprechen tagespolitischer Ereignisse oder Fachthemen möglich und wünschenswert.

Der regelmäßige Austausch in geregelten Strukturen und Rollen fördert die Eigeninitiative und ermöglicht Schüler:innen Einfluss auf die Gestaltung ihres Schulalltages zu nehmen. Um den Klassenrat vom gewohnten Unterricht abzugrenzen, werden Rituale genutzt – so kann zum Beispiel eine andere Sitzordnung, wie ein Stuhlkreis, eingeführt werden. Außerdem werden den Schüler:innen Rollen zugewiesen, wodurch sie selbst den Ablauf des Klassenrates regeln.


DER ENTWICKLUNGSPROZESS


Wenn auch die Schüler:innen im Klassenrat „den Hut aufhaben“, ist es unabdingbar, dass das Konzept von den Pädagog:innen mitgetragen und gefördert wird. Der Entwicklungsprozess für schulweit einheitliche und klassenstufenspezifische Strukturen wurde mit dem gesamten Kollegium angestoßen. Die Schule bildete eine Arbeitsgruppe zum Thema Klassenrat – die „AG KlaRa“. In den AG-Sitzungen tauschten wir uns über bereits vorhandene Konzepte zum Klassenrat aus und diskutierten über das Vorgehen zur Einbindung aller Kolleg:innen. An einem gemeinsamen Studientag entschied das Kollegium über die allgemeine Grundlage für den Klassenrat, auf welche die Teams der einzelnen Klassenstufen aufbauen konnten.


DAS KONZEPT


Während der Erarbeitung der Konzepte kristallisierten sich feine, aber wichtige Unterschiede heraus, die vor allem in der Verteilung der Verantwortung und der Rollen zu erkennen sind. In den Klassestufen 1/2 lernen die Schüler:innen den Ablauf des Klassenrates kennen. Noch unterstützen die Lehrkräfte die Klassenratsstunde und leiten diese auch an. Ab Klassestufe 3/4 ziehen sich die Pädagog:innen zunehmend aus der Leitung zurück und die Schüler:innen setzen den Stundenverlauf eigenständig um. Die Schüler:innen der 5. und 6. Klassen sind in der Lage, sowohl die Rollenverteilung, das Sammeln und Diskutieren der Themen und etwaige

Abstimmungen eigenständig durchzuführen.


Auf Grundlage der Ergebnisse des Studientages ist ein umfangreiches Materialpaket für den Klassenrat an der Grundschule entstanden. Es umfasst u. a. Rollenkarten, Regelkarten, einen Briefkasten, einen Ablaufplan, ein Regelplakat und eine Anleitungen für die Pädagog:innen. Nach der inhaltlichen Ausdifferenzierung mit der AG KlaRa wurden die neuen Materialien für den Klassenrat im Corporate Design der Schule umgesetzt und an alle Klassensprecher:innen verteilt.

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